Kredit-Theorie

Die Kredit-Theorie ist ein notwendiger Begleiter der Geld-Theorie. Um diesen wichtigen Aspekt des Geldes getrennt vom Geld besser verstehen zu können, wird er hier zusammengefasst.

1. Kredit erfüllt die Notwendigkeit, eine Ware, die unter Zeitdruck und Strafandrohung zu beschaffen ist, zeitlich vor einer Arbeitsleistung zu erhalten und zwingt den Schuldner dazu, die Ware unter Termindruck und Strafandrohung wiederzubeschaffen. (Seite 68)
2. Aus sich wiederholenden Zwangsabgaben an die Obrigkeit entstehen Geld, Kredit und Zins. (Seite 70)
3. Angemessene Zinsen sind berechtigte Erstattungen von Kosten, die durch eine Kreditvergabe entstehen. (Seite 70)
4. Zinsverbote führen dazu, dass weniger Kredite vergeben werden, und sie schränken die wirtschaftliche Entwicklung ein. (Seite 71)
5. Mit der Vergabe von Krediten entsteht die Notwendigkeit der Dokumentation und damit die Erfindung von Zeichen, die zum Zweck der Repräsentation einer vorgestellten Realität dienen. Diese Zeichen sind die Ursprünge dessen, was wir heute als Schrift bezeichnen. (Seite 72)
6. Mit der Vergabe und Dokumentation von Krediten entsteht die erste Dokumentation von Eigentum an der abstrakten Ware Geld. (Seite 73)
7. Kredite erfordern, da Vereinbarungen nicht immer eingehalten werden, eine Gerichtsbarkeit sowie eine Vollstreckungsinstanz, welche die von der Gerichtsbarkeit gefällten Urteile durchsetzt. (Seite 73)
8. Geld und Kredit zwingen Menschen unter Strafandrohung zum Arbeiten. (Seite 74)
9. Das Pfand als Sicherheit erweitert die Möglichkeiten der Kreditvergabe und senkt die Kosten, also die Zinsen, weil das Ausfallrisiko kleiner wird. (Seite 78)
10. Ein Pfand, das dem Schuldner als Besitz überlassen bleibt, erzeugt Kosten nur im Fall der Zahlungsunfähigkeit. (Seite 78)
11. Kredite werden vergeben, wenn es Geld gibt. Wenn es Sacheigentum gibt, werden besicherte Kredite vergeben, was den Empfängerkreis ausweitet und durch ein vermindertes Risiko Kredite kostengünstiger macht. (Seite 79)
12. Gesellschaften, die Eigentum nutzen, um zu wirtschaften, sind erfolgreicher als Gesellschaften, die nur Land bewirtschaften, weil die zuvor auf Land begrenzte Grundlage der Bewirtschaftung damit (theoretisch) beliebig wachsen kann. Die einzige Begrenzung stellt das geistige Können dar, neue Rechtsobjektklassen zu schaffen und zu verwalten. (Seite 92)
13. Leihen ist die Weitergabe von bestehendem Geld. Kredit ist die Schöpfung von neuem, zuvor nicht existentem Geld, das nur durch Banken erzeugt werden kann. Beide Formen von Geld bzw. Geldbewegung erfordern Tilgung und Zinsen, meist zu sich wiederholenden Terminen. (Seite 99)
14. Heutiges Geld wird bei der Kreditvergabe durch Banken erzeugt. Man nennt es Kreditgeld. Kreditgeld, das bei der Kreditvergabe von Banken neu geschaffen wird, verschwindet mit der Tilgung durch den Schuldner wieder aus dem Geldkreislauf. (Seite 99)
15. Banken übernehmen mit der Kreditvergabe einen wichtigen Teil der Geldversorgung, die früher ausschließlich die Machthaber organisieren mussten. (Seite 100)
16. Kreditgeld sorgt für eine gute anfängliche Verteilung des Geldes im Gebiet des jeweiligen Machthabers, denn jeder Mensch kann mit einem guten Konzept Kredite für eine Investition und mit einem geregelten Einkommen sogar für den Konsum erhalten. (Seite 100)
17. Kreditgeld kennt keine quantitative Begrenzung. Das ist anders als bei Geld, das an Rohstoffe gebunden ist. Über Kreditgeld kann sehr viel länger weiteres Geld in den Geldkreislauf eingespeist werden. (Seite 100)
18. Anleihen an nicht-staatliche Entitäten führen dazu, dass für das verliehene Geld doppelt oder dreifach gearbeitet werden muss, und zwar meist auch unter Strafandrohung. Anleihen an nicht-staatlichen Entitäten führen damit zu einer weiteren Verstärkung des Arbeitszwangs, was bei Staatsanleihen so nicht der Fall ist. (Seite 102)
19. Geld wird bepreist wie jede andere Ware auch. Ist die Ware Geld knapp, sind die Spar- und die Kreditzinsen hoch. Gibt es Geld im Überfluss, sind die Zinsen niedrig und die Ware Geld ist billig. Werden die Zinsen negativ, bewahren die Banken Geld nur noch widerwillig auf. Denn dann müssen Sparer Lagergebühren zahlen, weil es zu viel Geld gibt. (Seite 106)
20. Der Wert von Kreditgeld ist fünffach abgesichert. Die primäre Garantie übernimmt der Schuldner, weil er dazu bereit ist, das geschuldete Geld pünktlich zum vereinbarten Termin abzuliefern. Sollte der Schuldner ausfallen, dient die übereignete Kredit-Sicherheit als Ersatz für die Arbeitsleistung des Schuldners. Reicht auch die Kredit-Sicherheit nicht aus, um den Wert des Kreditgeldes abzusichern, muss die Bank den Verlust mit ihrem Eigentum ausgleichen. Wenn dann sogar das Eigentum der Bank nicht ausreicht, geht diese Pleite und es haftet das Geld der Groß-Einleger bzw. -Sparer, sowie der Haftungsverbund der Bank. Erst wenn die Pleite den Haftungsverbund gefährdet und auch der Steuerzahler nicht einspringt, haften die Klein-Anleger. Und nur dann, im allerletzten Moment, würde es passieren, dass der über den Einlagen liegende Kreditanteil der Pleite-Bank bei der Zentralbank als „wertloses“ Geld im Kreislauf verbleiben würde. (Seite 108)
21. Nur Gesellschaften mit einem gut funktionierenden Rechts- und Bankwesen sind dazu in der Lage, Eigentum, das über Land-Eigentum hinausgeht, erfolgreich zu bewirtschaften. (Seite 114)